Wie ich unverhofft zum Birnen einkochen kam

Was tun, wenn Businessfrau Birnen einkochen möchte? Die Gunst der Stunde nutzen, organisieren und delegieren. Ach ja, und als „Kreativling“ wollte ich mehr als „nur“ Birnenkompott herstellen. Kulinarische Erlebnisse sollten entstehen, aber möglichst effizient. Ein Beitrag über Hamstern, Einkochen und das Eichhörnchen in mir …

Birnen einmachen: alter Birnbaum

Auf dem landwirtschaftlichen Betrieb gleich um die Ecke, steht unser Pferd. Wie üblich parke ich auf dem Hof unter dem Birnbaum. Ein alter Riese, dem der ein oder andere Sturm die Seitenäste genommen hat. Wie ein gekrümmter Zeigefinger bohrt sich der Stamm in den Himmel. Bei Gewitterstimmung sieht er wie ein Requisit aus einem Gruselfilm aus. Seine Aststummel sind dieses Jahr vollbepackt mit Birnen. Ob das eine gute Idee ist, ausgerechnet unter ihm zu parken? Das Gewicht der Früchte, beschleunigt durch 20 Meter im freien Fall könnte sich marginal nachteilig auf mein Autodach auswirken, denke ich gerade, als neben mir der hofeigene John-Deere-Traktor anhält. Oha, Bauer im Anmarsch! Bauer Hans zeigt nach oben auf seinen Gruselbaum und sagt: „Trägt wieder so viele Birnen, was? Und das, obwohl wir ihn schon längst totgeglaubt haben. Nimm mit, bei uns braucht die keiner?“

Praxis-Tipp: Birnen einkochen mit Soft-Skills verbinden *grinse smiley*

Birnen von jetzt auf gleich zum selbst Ernten? Was für eine Frage! Mein Einkocher*innen-Herz jubelt. Doch vor dem Birnen einmachen, muss geerntet werden. Also stehe ich wenig später wieder da, ausgerüstet mit langem Pflückstab und Sohn. Ich, als Working-Mum, soll Delegieren üben, habe ich mal gelesen. Während der Sohn die schönsten Birnen vom Baum holt, prüfe ich fachfraulich die Qualität. Die Birnensorte mit festem Fruchtfleisch, erkenne ich daran, dass ich mir fast die Zähne ausbeiße. Obwohl bretthart, schmecken die Birnen ausgesprochen süß. Ideal für Kuchen, eingemachte Birnen im Glas … Mein Gehirn beginnt Bilder von Birnenkuchen, Birnenkompott und weiteren Köstlichkeiten zu senden. Das Eichhörnchen in mir spricht: „Pflücken! Wir müssen mehr pflücken!“

Alles Birne oder was? Über das Einkochen im High-Tech-Zeitalter

Wieder zuhause die Ernüchterung: Was tu ich nur mit den vielen Birnen? Zuerst ein Traubengelee mit Birnenstückchen und Thymian, denn ich muss zeitgleich unsere eigene, reiche Traubenernte verarbeiten. Als Zweites fallen mir köstliche Rotweinbirnen ein, die ich letztes Jahr bei meiner Schwägerin probieren durfte. Die waren in Weck- oder Schraubgläsern haltbar gemacht. Doch einmachen im Ofen? In unser schmales Gerät passen höchstens 6 Gläser, was bei dem reichlichen Birnenvorrat mehrere Einkocheinheiten bedeuten würde. Pure Zeit- und Energieverschwendung, das muss anders gehen! Zahlreichen Internet-Gruppen fleißiger Landfrauen und anderer Einkochwütiger sei Dank, reicht mir die schnelle Kurzrecherche – schon beißt sich das Zauberwort Einkochautomat, kurz EKA, in meinem Kopf fest. Geräte mit digitalem Display, Abschaltautomatik, Warnpiepser … Willkommen in der High-Tech-Küche!

Das Ende vom Lied: Einkochautomat testet Rotweinbirne – und umgekehrt

Stolz präsentiere ich hiermit die ersten Gläser Rotweinbirnen und Traubengelees mit Birnenstückchen und Thymian, digital eingemacht „mit Piep“ und Abschaltautomatik im EKA. Wer mag, fragt mich nach den Rezepten, die ich euch sehr gerne zusende.  

Und was macht ihr so ein?

Was habt ihr schon haltbar gemacht? Etwas Süßes, etwas Herzhaftes? Erzähle mir davon und lasse einen Kommentar da!

Manuela Krämer

4 Replies to “Wie ich unverhofft zum Birnen einkochen kam”

  1. Ich mache auch gerne Marmeladen selbst. Ob Pflaumen, Brombeeren, Äpfel oder was hat so wächst. Ein Birnengelee hält sich auch total gut an. Ich glaube das werde ich auch mal probieren. Liebe Grüße, Claudia

  2. Hach das versetzt mich gerade in meine Kindheit! Meine Oma und meine Mutter hatten damals auch ganz viel eingekocht, ich sehe noch die ganzen Einweckgläser im Keller vor mir und hatte mich immer gefreut, wenn wir im Winter dann Kirschen, Birnen, Apfelmus und so weiter naschen konnten … die Birnen in Rotwein würde ich auch gern probieren!

    Liebe Grüße
    Jana

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